Ich bin dann mal Weg …

Ich bin dann mal Weg …

Würdest Du das auch ab und zu gerne mal sagen? Genauso ging es mir im April 2019.

Seit ich Selbstständig bin, bin ich zwar oft unterwegs und auf Reisen, aber da ich meinen Job einfach liebe, bin ich trotzdem immer ein wenig etwas am Tun. Mal einfach für eine Weile den PC, PC sein lassen gab es seit einer Ewigkeit nicht mehr.

Ein Blick in meine Agenda hat mir gezeigt, dass die nächsten 3 Wochen nur wenige Termine anstehen, da viele meiner Klienten auch im Urlaub waren und da habe ich mir gedacht, jetzt oder nie!

Seit langem spielte ich mit dem Gedanken mal den Jakobsweg zu laufen und zu schauen wie weit ich es als unfittes Pummelchen wohl schaffen könnte. Sport ist für mich eher Mord, aber irgendwie hat mich dieser RIESEN Schritt aus meiner Komfortzone trotzdem mega gereizt.

Mein Motto 2019 war nämlich: Raus aus der Komfortzone, um Neues zu wagen und auszuprobieren.

Spontan habe ich dann einen Flug nach Porto gebucht und entschieden, dass ich den portugiesischen Jakobsweg der Küste entlang gehen werde.

Die Zeit war extremst intensiv, anstrengend, herausfordernd aber auch das Beste was mir seit langem passiert ist. Ich habe mal wieder gemerkt wie wichtig so Auszeiten im Leben sind um sich klar zu werden was man eigentlich wirklich will.

Gerne teile ich mit Dir meine 3 wichtigsten Erkenntnisse meiner Reise:

1. SCHEISS AUF VORGEGEBENE WEGE UND GEHE DEINEN EIGENEN WEG!
Die ersten 2 Tage bin ich wie alle anderen Pilger früh morgens (für mich mitten in der Nacht) aufgestanden und bin fleissig den gelben Pfeilen, die den Jakobsweg ausschildern gefolgt. Die gelben Pfeile haben einem immer wieder von der Küste weg und durch Dörfer und an Kirchen vorbeigeführt. Das hat sich für mich so was von nicht stimmig angefühlt! Ich kam mir vor wie eine Kuh, die blindlings der Herde nachrennt.

Ich wollte doch eigentlich der Küste entlanglaufen und die Sicht aufs Meer und auf die wundervollen weissen Strände geniessen. Ich musste am zweiten Abend dann selbst ab mir lachen. Ich gehe ja im Alltag auch meinen eigenen Weg und «schwubs» habe ich mich hinreisen lassen unzufrieden den Weg anderer zu folgen, nur weil es sich so gehört. Da habe ich mich dann schleunigst entschieden, ab sofort meinen Weg, direkt der Küste entlang zu gehen und auf die Pfeile und auf den vorgegebenen Weg zu pfeifen. Ausserdem habe ich mich entschieden auszuschlafen und dann den Weg ganz in meinem Tempo zu gehen. Somit wurde aus dem Jakobsweg, der Karinweg.

Vergiss bitte nie, wie wichtig es ist deinen eigenen Weg zu gehen und dich nicht von allen anderen ablenken zu lassen. Es ist dein Leben und nur du solltest darüber bestimmen.


2. DER WEG IST DAS ZIEL
Ich war echt schockiert, wie viele nur auf die Tagesetappen-Ziele bzw. auf Santiago de Compostela fixiert waren. Sie sind den Weg praktisch gerannt, um möglichst schnell am Ziel anzukommen. Was dabei ganz vergessen wurde, war der wunderschöne Weg und all die wichtigen Erkenntnisse, die man auf dem Weg bekommt.

Das passiert nicht nur auf dem Jakobsweg, sondern auch oft im Alltag. Viele denken, dass sie erst glücklich sind oder sein dürfen, wenn sie alle Ziele erreicht haben. Aber wer sagt das? Ist es nicht viel wichtiger auch den Weg ans Ziel auch zu geniessen? All die Erkenntnisse die man auf dem Weg hat als riesiges Geschenk anzuschauen? Ist es nicht viel wichtiger als Ziel zu haben ganz im Hier und Jetzt zu sein und das auch zu geniessen?

Ok es ist nicht immer einfach, die ersten zwei Tage habe ich mich ja auch etwas dazu verle,iten lassen auf das Ziel fixiert zu sein, bis ich gemerkt habe, dass ich im absoluten Paradies unterwegs bin. Die Landschaft war so wunderschön, dass ich mich zwischendurch manchmal fast nicht mehr eingekriegt habe, wenn ich an einem einsamen Strand sass und aufs Meer geschaut habe, weil es so wunderschön war. Erst als ich mich wirklich auf den Moment konzentriert habe, kamen coole Ideen und auch sehr wichtige Erkenntnisse.


3. DU SCHAFFST VIEL MEHR, ALS DU DIR ZUTRAUST!
Am ersten Abend hatte ich solche Schmerzen in meinen Füssen vom Laufen und war todmüde, so dass ich nicht mal mehr raus ging, um etwas zu essen. Am liebsten hätte ich aufgegeben. Am zweiten und dritten Tag ging es mir nochmals genau gleich und ich habe mit mir gerungen, dass ich nicht aufgebe. Ich habe mich selbst fast verflucht, dass ich mich auf so was freiwillig eingelassen habe. Ich war jedoch jeden Morgen wieder von Neuem überrascht, wie sich der Körper über Nacht wieder regenerieren konnte und ich dachte, ok, geht schon …

Oft geben wir viel zu schnell auf. Wenn man es aber dann trotzdem durchzieht ist es meistens gar nicht so schlimm wie wir uns das ausgemalt haben.Es lohnt sich echt einfach mal aus der Komfortzone rauszugehen und einfach zu machen, anstatt aufzugeben, sobald es etwas unangenehm wird oder noch schlimmer, gar nicht erst zu beginnen.

Glaube an Dich und an Deine Träume und Visionen und schiebe sie nicht immer und immer wieder auf die lange Bank, nur weil der Weg etwas unangenehm werden könnte!

  • Wie sieht es bei dir aus? Wo folgst du in deinem Leben noch dem Weg der anderen, anstatt deinen eigenen Weg zu gehen? Was hält dich davon ab? Was braucht es noch oder was würde dir dabei helfen, endlich deinen Weg zu gehen
     
  • Kannst du bereits das Hier und Jetzt geniessen oder bist du immer schon in der Zukunft bei deinen Zielen? Was für Schritte könntest du unternehmen um mehr im Hier und Jetzt zu sein?
     
  • Lebst du bereits deine Visionen oder hast du noch keine Ahnung was du eigentlich wirklich willst? Wie könntest Du das ändern?
     
  • Wann hast du dir das letzte Mal eine Auszeit nur für dich und deine Visionen gegönnt? Wie kannst du dir in Zukunft mehr Auszeiten gönnen? Was braucht es dazu?

Wann traust du dich mal wieder zu sagen: Ich bin dann mal weg?

Gönn Dir öfters mal Zeit für dich und deine Visionen, denn du weisst nie wie lange du noch auf dieser Welt hast.

Deine Karin

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